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An der A1 wird eine Beton-Lärmschutzwand mit Titandioxid beschichtet, um schädliche Stickoxide zu reduzieren (Foto: Anja Baum/BASt)

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Beschichtete Lärmschutzwand soll die NOx-Belastung durch den Verkehr verringern 

Saubere Luft an Autobahnen 

Köln. 8. 3. 2011 – Durch aufwendige technische Maßnahmen konnten die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in den letzten 25 Jahren deutlich vermindert werden. Wie auch durch bauliche Maßnahmen an den Autobahnen die NOx-Belastung der Umwelt weiter vermindert werden kann, untersucht die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) jetzt auf einem Abschnitt der Autobahn A1 nördlich von Osnabrück. Trotz moderner Katalysatortechnik stoßen Autos und vor allem Diesel-Lkw auf deutschen Straßen jährlich noch immer rund eine halbe Million Tonnen Stickoxide aus. Diese Umweltgifte bedrohen besonders die Gesundheit von Kindern und älteren Menschen. Zudem sind sie auch für die Schädigung der Ozonschicht mit verantwortlich. 

Wie der ACV Automobil-Club Verkehr berichtet, wurde die Beton-Lärmschutzwand an einem rund ein Kilometer langen Teilstück der A1 mit Titandioxid beschichtet. Schädliche Stickoxide, die vor allem bei motorischen Verbrennungsprozessen von Benzin oder Diesel entstehen, können mit Titandioxid durch eine chemische Reaktion, die sogenannte Photokatalyse, abgebaut werden. Titandioxid-Partikel, die als Farbe auf die Betonwand aufgetragen werden, haben die Fähigkeit, Stickoxid in Nitrat umzuwandeln. Dieser Stoff - so die Erwartung der Forscher an der Universität Kassel - würde anschließend mit dem Regenwasser einfach abgewaschen. 

Erste Untersuchungen zur Wirksamkeit dieses Verfahrens waren unter Laborbedingungen sehr erfolgversprechend. Im Rahmen des Pilotprojekts soll die Schadstoffkonzentration über einen mindestens zwei Jahre langen Versuchszeitraum mit der an einem benachbarten Standort ohne Beschichtung verglichen werden. Damit soll die Wirksamkeit der präparierten Oberfläche bewiesen werden. 

Umfangreiche Studien zu Schadstoffabbau sowie bautechnischen Fragestellungen sollen das Projekt begleiten. Darin werden der Einfluss des Titandioxids auf die beschichteten Baustoffe untersucht sowie Lösungsansätze zur Anwendung in der Fahrbahnoberfläche verfolgt. Im Rahmen des Forschungsprojektes beobachten die Fachleute der BASt auch die Umwandlungs- und Abbauprodukte des Prozesses, um sicherzustellen, dass durch die Reaktion keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten.