Jeder dritte alte Dieselmotor kann
jedoch nicht umgerüstet werden
Bargeld
für den Partikelfilter
Köln. 14. August 2009 – Besitzer von älteren Pkw mit
Dieselmotor können seit August für den nachträglichen Einbau von Russpartikelfiltern
die staatliche Prämie von 330 Euro auch als Barprämie erhalten. Wie der ACV
Automobil-Club Verkehr berichtet, wurde diese Prämie bislang nur als
Steuergutschrift gewährt. Voraussetzung: Das Fahrzeug muss noch bis zum 31. Dezember 2009 mit einem Rußpartikelfilter
nachgerüstet werden. Mit dieser Maßnahme im Endspurt des Bundestagswahlkampfs will
die Bundesregierung die schleppende Filternachrüstung ankurbeln.
Volkswagen nutzt die Gunst
der Stunde und bietet Haltern älterer Diesel-Pkw preiswerte Nachrüstfilter an.
Einige ältere VW-Dieselmodelle lassen sich damit fast zum Nulltarif nachrüsten.
Das Abgasreinigungssystem kostet für zahlreiche Motorversionen von Golf, Jetta
und Passat aus den Baujahren 2003 bis 2006 lediglich 372 Euro inklusive
Montage. Nach Abzug des staatlichen Zuschusses von 330 Euro entstehen dem Käufer
unterm Strich nur Kosten von 42 Euro. Gleichzeitig kann er durch eine günstigere
Steuereinstufung des Fahrzeugs noch 36 Euro sparen.
Allerdings gilt dies nur
für Diesel-Fahrzeuge, die nicht älter als fünf Jahre sind und deren Katalysator
nicht mehr als 80.000 Kilometer gelaufen sind. Trifft dies nicht zu, fordert
der Gesetzgeber mit dem Einbau des Partikelfilters auf einen neuen Katalysator.
Dadurch werden die Ein- und Umbaukosten entsprechend höher ausfallen.
Hersteller von Nachrüstanlagen, wie zum Beispiel das sauerländische Unternehmen
HJS (www.hjs.com) oder Twintec
(www.twintec.de), bieten so genannte Kombi-Systeme an, bei denen generell mit
dem Partikelfilter auch ein neuer Katalysator eingebaut wird. Dies trägt auch
zur Reduzierung der Umbaukosten bei.
Diese
Systeme stehen jedoch nicht für alle älteren Diesel-Modelle zur Verfügung. Für einen Mercedes-Diesel
E 290, Baujahr 1996, gibt es weder vom Hersteller noch von Zulieferern einen
Nachrüstfilter, der die Russpartikel wirksam aus den Abgasen herausholt. Für
alte Fahrzeuge mit hubraumstarken Dieselmotoren sei der Aufwand technisch zu
anspruchsvoll und für kleine Serien wirtschaftlich nicht sinnvoll, heißt es bei
dem Mendener Spezialisten HJS.
Für wie viele Autos dies zutrifft,
ist nicht bekannt. Nach Schätzungen einer Arbeitsgruppe von TÜV und Dekra
können nur rund 60 Prozent aller alten Dieselfahrzeuge in Deutschland
nachträglich mit einem Partikelfilter nachgerüstet werden. Halter dieser
Fahrzeuge werden nicht nur mit einer höheren Kfz-Steuer bestraft, sie dürfen
auch nicht in eine innerstädtische Umweltzone einfahren, da sie wegen des
fehlenden Partikelfilters keine oder keine bessere gelbe oder grüne Umweltplakette
erhalten. Einige Kommunen erteilen daher Sondergenehmigungen, wenn auch bei
bestem Willen eine Nachrüstung technisch nicht möglich ist.
Wohnmobilfahrer können
allerdings aufatmen. Pünktlich zum Caravan-Salon 2009 in Düsseldorf – 29. 8. –
6. 9. – bietet ein Hersteller einen Partikelfilter zum nachträglichen Einbau in
alte Fiat Ducato an. Der Transporter ist das beliebteste und meistgenutzte
Basisfahrzeug für alle Reisemobilhersteller – und für diese waren die Citys
deutscher Großstädte mit Umweltzone bislang gesperrt.
Das Antragsverfahren und
die Auszahlung der Prämie verlaufen nach dem gleichen Muster wie bei der so
genannten Abwrackprämie. Begünstigt sind Dieselfahrzeuge mit Erstzulassung bis
einschließlich 31. Dezember 2006. Anträge für die Barprämie von 330 Euro können
ab dem 1. September beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
gestellt werden.
Folgendes Schema ist dabei vorgesehen:
1. Nachträglicher Einbau
eines Partikelminderungssystems (PMS);
2. Abnahmebescheinigung
durch die einbauende Fachwerkstatt oder einen Kfz-
Sachverständigen;
3. Eintragung des PMS in
den Fahrzeugschein durch die Zulassungsbehörde auf Antrag des Fahrzeughalters;