Köln, 27. August 2009 – Mit der Zulassung von Riesenlastern auf deutschen
Straßen lassen sich die transportlogistischen Herausforderungen nicht in den
Griff bekommen. Solche Ungetüme bedrohen vielmehr die Verkehrssicherheit der
Autofahrer. Mit dieser Erklärung bekräftigten die Autoclubs ACE und ACV am
Donnerstag in Berlin ihre ablehnende Haltung gegenüber der Einführung so
genannter Megatrucks. Die beiden in der Allianz pro Schiene engagierten Verbände
reagierten damit zugleich auf die Kehrtwende des ADAC, der jetzt angekündigte,
seine ursprüngliche Haltung aufgeben zu wollen. Der Münchener Club hatte ebenso
wie andere führende Verkehrsverbände Megatrucks bislang abgelehnt. „Die Verkehrsbelastung in Deutschland ist
schon so hoch, dass noch längere und schwere Lkw keinen Platz auf unseren Straßen
finden. Übergroße LKW erhöhen das Unfallrisiko für Autofahrer und lassen
keine Entlastungseffekte auf der Straße erwarten“, so Matthias Knobloch,
verkehrspolitische Sprecher des ACE. Auch politisch setzen übergroße Lkw ein
falsches Zeichen für den Güterverkehr. Der aus Umweltsicht und aus Sicht aller
Autofahrer wichtige Aufschwung beim Schienengüterverkehr würde so gestoppt, befürchten
ACE und ACV. Bei Abwägung aller Fakten ist und bleibt klar: „Noch größere
und schwere LKW sind nicht im Interesse der Autofahrer, strategisch müssen
andere Lösungen für den Güterverkehr gefunden werden“, so Reinhold Klama,
Pressesprecher des ACV.
Die Bundesregierung hält
die von den Bundesländern Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bis zum
Jahresende auf öffentlichen Straßen erlaubten regelmäßigen Einsätze von überdimensionierten
Lastkraftwagen für rechtswidrig. Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten
Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion
hervor. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, forderte in Berlin
beide Bundesländer auf, „unverzüglich Konsequenzen aus der eindeutigen
Rechtslage zu ziehen und Mensch und Umwelt nicht länger durch den Einsatz von
Megatrucks zu gefährden“.